Eng und verwinkelt - Herausfordernde Übung der FF

In einer aufwendigen und komplexen Übung stellten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Igstadt am Montag, den 22.10.2012, ihre Einsatzbereitschaft sowie sehr guten Kenntnisstand unter Beweis. Übungsobjekt waren die umfangreichen und teils unübersichtlichen Baulichkeiten der Schreinerei Dahlhäuser in der Altmünsterstraße. Realitätsnahe Übungsszenarien waren ein Brand im Spänebunker der Werkstatt sowie die Bergung einer vermissten Person in einem anderen Gebäudebereich.

Gegen 19.50 Uhr erschallen die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge in der Altmünsterstraße, welche durch viele hier geparkter Fahrzeuge zur engen Gasse mutiert war. Da die Übungsszenarien den Wehrmännern nicht bekannt waren, galt es zunächst die Lage vor Ort zu erkunden. Der Gruppenführer vernahm im Innenhof der Schreinerei aus einer Luke des Dachbodens hervorquellenden Rauch, eine Abzugsanlage hatte den Brandrauch im gesamten Gebäude verteilt, gleichzeitig informierte ihn Schreinermeister Dahlhäuser, dass sich noch ein Geselle im Gebäude befände, welcher die Brandursache ergründen sollte. Da ein Betreten des Gebäudes nicht möglich war, mussten die Wehrmänner eine vierteilige Steckleiter in Position bringen, um in das zweite Obergeschoss zu gelangen. Zur Suche des vermissten Gesellen drang dann ein Trupp unter schwerem Atemschutz in den stark mit Brandrauch angefüllten, und damit schwer einsehbaren Dachboden vor.

Zur gleichen Zeit waren Wasser- und Schlauchtrupp damit beschäftigt, die Wasserversorgung ausgehend von der Straßenseite des Gebäudes in den Innenhof aufzubauen und sicherzustellen. Nach Bergung des Vermissten über eine Treppe im Inneren der Werkstatt, war es somit auch möglich, einen Brand mit Hilfe vorgebrachter C-Rohre zu bekämpfen.

Mit Abschluss dieser Arbeiten galt es dann die Ursache des Brandrauches, ein Feuer im Spänebunker der Schreinerei, zu löschen, wie auch die Abschaltung der Absauganlage herbeizuführen. Aufgabe der Wehrmänner war es nun, die Wasserversorgung schleunigst zur Verlegung der Einsatzstelle umzubauen und in der Altmünsterstraße zu positionieren. Da auch der Spänebunker stark mit Brandrauch angefüllt war, musste auch hier der Angriffstrupp, zur Bekämpfung von Glutnestern, unter schwerem Atemschutz zum Innenangriff vorgehen.

Erschwert wird das agieren der Feuerwehren leider viel zu oft durch beschwerliche Verkehrssituationen. Wie diese Übung in der Altmünsterstraße es zeigte, sind vielerorts Straßenzüge durch parkende Fahrzeuge gerade für größere Einsatzfahrzeuge und selbst die eigentlichen Einsatzaktivitäten unbenutzbar. Erschwerend kommt hinzu, dass oft sogar die Wasserentnahmestellen durch parkende Fahrzeuge verstellt sind. Auch die FF Igstadt fordert hierbei unverzügliche Abhilfe. Jedem sollte bekannt sein, dass ein Parkverbot auf Hydranten besteht.

Die Feuerwehrkameraden meisterten ihre Aufgaben in dieser komplexen Übung zu aller Zufriedenheit. Galt es doch nicht nur Mensch zu retten und Brand zu bekämpfen, die gesamte bauliche Situation, wie auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einsatztrupps und den Fahrzeugen, gefolgt von der Notwendigkeit einer schnellen Verlegung der Einsatzstelle waren Herausforderungen. Diesen Herausforderungen, gewachsen zu sein, ist angesichts der vielen anderen handwerklichen Betriebe in Igstadt von großer Bedeutung.